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Antibiotika - das Ende einer Ära?

Diesen Monat wurde bekannt gegeben, dass nun auch der größte Pharmakonzern Johnson&Johnson keine neuen Antibiotika mehr entwickeln will, nachdem 2018 bereits mehrere andere Konzerne wie Novartis und Sanofi ausgestiegen waren.

Ohne Frage war die Entdeckung des ersten Antibiotikums im September 1928 durch Alexander Flemming ein Durchbruch in der Heilung bakterieller Infektionen. Diese Substanz wurde aus Schimmelpilzen isoliert und heißt Penicillin (nach der Schimmelpilzgattung Penicillinum benannt). Dabei handelte es sich um eine zufällig entdeckte Wirkung einer Regulation von Mikroben, wie sie seit Millionen von Jahren in Humusböden und Mikrobiomen z.B. der Darmflora von Lebewesen funktioniert. Warum unter bestimmten unhygienischen Bedingungen oder Nahrungsmangel Menschen durch Bakterien wie z.B. Streptokokken oder Staphylokokken infiziert werden, wurde jedoch nie wirklich erforscht.  Bestimmte Streptokokkenarten gehören sogar zur menschlichen Darmflora, z.B. Streptokokkus thermophilus. Unser gesamtes Schleimhautsystem ist mit einer aus Bakterien bestehenden Mikroflora besiedelt und sowohl für die Funktion dieser Schleimhäute als auch für das Immunsystem verantwortlich. Ja selbst unsere Körperzellen beinhalten mit Bakterien verwandte Zellorganellen, die eine ähnlichen Aufbau wie Bakterien haben.

Leider hat sich in der thermodynamischen Denkweise der Medizin des 19.Jahrhunderts die Krankheitserklärung im Sinne von Feindbildern entwickelt. Die Bakterien, Viren und Pilze, welche unseren Planeten bereits seit Millionen von Jahren bewohnen, sind plötzlich schuld an unseren Krankheiten. Dabei sollten wir doch längst an diese Erreger gewöhnt sein und mit ihnen umgehen können. Sie waren in der gesamten Menschheitsgeschichte immer dabei. Nur wenige geschwächte, schlecht ernährte Menschen und Tiere wurden schwer krank und starben an den Folgen von Infektionen.

Mit der Erfindung des ersten Antibiotikums wurden auch schnell die Grenzen klar und immer mehr Substanzen wurden entwickelt, um noch mehr Krankheitserreger sicher zu bekämpfen. Leider wurden im Laufe der Entwicklung auch dem Nutzvieh, von Fischen über Geflügel bis zur Kuh, Antibiotika beim ersten Anzeichen von Infektionen verabreicht. Um nicht den ganzen wertvollen Tierstamm durch Krankheiten zu verlieren, bekamen auch die gesunden Tiere unnötig oft Antibiotika. Selbst bei Kindern wurde lange Zeit sicherheitshalber beim ersten Fieber ein Breitspektrumantibiotikum wie aus der Streudose verabreicht. Auf diese Art konnten sich die verschiedensten Bakterien langsam an die „Kampfstoffe“ gewöhnen und wurden Antibiotika-Resistent.

Das in der Richtung nicht mehr geforscht wird ist klar. Der Markt ist offenbar abgegrast und bei bestimmten Erkrankungen stehen Erkrankte wieder da wie vor der Erfindung des Penicillins.

Dabei sind antibiotische Balancen täglich in den Mikrobiomen gesunder Darmflora oder Humusböden zu finden. Das heißt, bei einer „artgerechten“ Ernährungs-und Lebensweise würde unser Darmimmunsystem unter Umständen mit Hilfe von Fermentationsprodukten (Darmbakterien aus Nahrung) mit jedem Bakterium klarkommen.

Wo die Abwehr von Bakterien offensichtlich aus Sicht der Industrie sinnlos geworden ist, könnte es als Alternative an der Zeit sein, sich mit dem Thema Lebensstil, Ernährung und Stressabbau zu beschäftigen.

In Versuchen haben Wissenschaftler sehen können, dass natürliche Fermentationsprodukte durchaus starke antiseptische Wirkungen völlig ohne Nebenwirkungen auf den lebenden Organismus haben können.

Es wird Zeit, das wir in Sachen Antibiose wieder in die Natur vertrauen lernen. Forschung sollte das Leben erforschen und nicht, wie man es bekämpft.
Wir können nicht schlauer sein als die Natur- denn wir sind Teil dieser!