Mittelohrentzündung aus schulmedizinischer Sicht
Bei einer Mittelohrentzündung beeinträchtigen veränderte Druckbedingungen im Mittelohr die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells, somit ist die Schallweiterleitung eingeschränkt. Bei der akuten Mittelohrentzündung handelt es sich um eine Entzündung der Paukenhöhlenschleimhaut des Mittelohrs, deren Ursprung meist im Nasen- Rachen- Raum liegt. Die Infektion wird über die Tube - das Verbindungsstück zwischen Nasen- Rachen- Raum und Mittelohr - in die Paukenhöhle weitergeleitet. Deshalb tritt eine Mittelohrentzündung auch häufig im Anschluss an eine Erkältung oder einen Schnupfen auf.
Die häufigsten Erreger sind Viren und in deren Folge Bakterien wie Streptococcus pneumoniae, die Erreger der Lungenentzündung. Weitere wichtige Erreger sind Haemophilus influenzae und beta- hämolysierende Streptokokken. In seltenen Fällen können auch Grippeviren der Grund für eine akute Mittelohrentzündung sein. Man spricht dann von einer so genannten Grippeotitis. Diese ist die gefährlichste Form und kann mit einer Ertaubung des Ohres enden.
Eine akute Mittelohrentzündung kann uns alle treffen. Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind jedoch am häufigsten betroffen. Im ersten Lebensjahr machen 50% der Säuglinge eine Mittelohrentzündung durch, im dritten Lebensjahr sind es dann sogar 80%. Ärzte sprechen bei einer akuten Mittelohrentzündung auch von einer so genannten Otitis media acuta. Zur Behandlung der Mittelohrentzündung werden Schmerzmittel wie Paracetamol und abschwellende Nasentropfen eingesetzt. Tritt anschließend keine Besserung auf, muss man für ca. 7- 10 Tage ein Antibiotikum einnehmen. Führt auch diese Maßnahme nicht zum Erfolg, so muss ein Erregerabstrich angefertigt werden, um die verursachenden Erreger zu identifizieren und gezielt Antibiotika auswählen zu können.
Die schulmedizinische Sichtweise ist auch hier eher Symptombezogen und versucht, Schmerzen zu unterdrücken und Erreger zu eliminieren, ohne die Grundursache, die Reizung und Anschwellung des Gehörganges zu untersuchen.

